Unsere Geschichte

aus der Festschrift zum 30jährigen Bestehen der Ortsgruppe – erstellt von Helmut Röhm, Georg Bauer und Peter Huber im Jahre 1987

Als im Jahre 1957 in Mering ein Freibad gebaut wurde, entschlossen sich auf Initiative von Otto Stichlmair eine Gruppe von jungen Männern eine Wasserwacht-Ortsgruppe zu gründen. Am 17.09.1957 wurde im Schreiben vom Bezirksverband Schwaben Kamerad Otto Stichlmair kommissarisch als Ortsvorstand der Wasserwacht Mering eingesetzt.

Die eigentliche Gründungsversammlung fand erst nach der ersten Wachsaison am 20. September 1958 in der Gaststätte Schlosserwirt statt.

Männer der ersten Stunde und damit die Väter der Wasserwachtortsgruppe Mering waren

  • Otto Stichlmair
  • Lorenz Sedlmair
  • Artur Hartung
  • Hias Lachenmair
  • Werner Lachenmair
  • Friedrich Stangl
  • Erwin Bernhard

Nach den ersten Vorstandswahlen 1958 setzte sich diese aus folgenden Mitgliedern zusammen:

1. Vorstand und techn. Leiter Otto Stichlmair
Kassenwart Lorenz Sedlmair
Schriftführer Klaus Nadler
Wasserwachtarzt Dr. Bruno Kratzer
Beiräte Josef Heinrich
Josef Schattenkirchner
Josef Partisch
Artur Hartung

Dem großen Einsatz dieser Vorstandschaft ist es zu verdanken, dass schon im Jahr darauf die stattliche Zahl von 17 ausgebildeten und 25 in der Ausbildung befindlichen Rettungsschwimmer zurückgegriffen werden konnte. In zwei Lehrgängen erwarben sieben Mitglieder den Leistungsschein und neun wurden in Erster Hilfe ausgebildet.

In der Badesaison 1958 betrugen die geleisteten Wachstunden bereits 500 und insgesamt 202 Schwimmabzeichen konnten ausgegeben werden. Die Mitgliederzahl stieg im ersten Jahr bereits auf 58 an. Durch die unermüdliche freiwillige Mitarbeit aller aktiver Mitglieder, der großzügigen Unterstützung der Marktgemeinde Mering und der guten Zusammenarbeit mit Schulleitung und Lehrern der Volksschule Mering konnten in den ersten Jahren des Aufbaus große Erfolge erzielt werden.

Hier sei der damalige Volksschullehrer Herr Josef Partisch besonders erwähnt. Er hat mit seiner Arbeit entscheidend dazu beigetragen, dass das Interesse der Jugend an der Wasserrettung und für die Hilfe am Nächsten geweckt wurde. Seiner Initiative ist es zu verdanken, dass schon in der damaligen Zeit vielen der Kinder und Jugendlichen das Schwimmen beigebracht werden konnte. So zählte die Meringer Ortsgruppe nach zehn Jahren schon 72 Mitglieder, von denen 39 aktive Rettungsschwimmer waren.

Noch zwei Namen derer, die sich in besonderem Maße in den Dienst der Wasserwacht Mering gestellt haben, seien hier erwähnt: Dies sind die langjährigen Vorstandsmitglieder Artur Hartung und Georg Bauer. Kamerad Hartung hat als langjähriger Ortsgruppenleiter und gleichzeitig als Bademeister des Meringer Freibades die Belange der Wasserwacht hervorragend vertreten und entscheidend am Aufbau der Ortsgruppe mitgewirkt. Kamerad Bauer, vielen vielleicht besser als Onkel Schorsch bekannt, war über 15 Jahre als Kassier in der Vorstandschaft tätig. Doch dies war nicht seine einzige Aufgabe, die er innerhalb der Wasserwacht übernommen hatte. Er war in der Zeit, als die Entwicklung der Ortsgruppe zu stagnieren drohte, Dreh- und Angelpunkt und konnte durch seinen großen persönlichen Einsatz die Ortsgruppe vor einem Rückschritt bewahren. Besonders die Kinder und Jugendlichen waren von seinem ruhigen Wesen angetan. Sehr viele haben unter seiner Anleitung das Schwimmen erlernt und sind heute noch als Rettungsschwimmer in der Wasserwacht. Er war entscheidend an der stetigen Aufwärtsentwicklung der Ortsgruppe beteiligt.

Ihm zur Ehre wurde am 21. Juli 1984 das erste Motorrettungsboot an der Lechstaustufe 23 auf den Namen „Schorsch Bauer“ getauft.

Überhaupt spielt die Lechstaustufe 23 in den letzten Jahren eine große Entwicklung der Ortsgruppe. So wurde „früher“ im Meringer Freibad weder ein Bootsführer noch ein Rettungstaucher benötigt. Damals „beschränkte“ sich die Ausbildung mehr auf das Rettungsschwimmen und die Erste Hilfe. Dies änderte sich jedoch schlagartig mit der Wachstation an der Lechstaustufe 23, an der 1979 der Dienst übernommen wurde.

Jetzt wurden nicht „nur mehr“ Rettungsschwimmer und Sanitäter benötigt, sondern zusätzlich noch Motorbootführer, Rettungstaucher, Leinenführer und solche die sich im Funkdienst und Naturschutz auskannten. Lehrgänge mussten besucht und Prüfungen, die nicht immer leicht waren, abgelegt werden. Doch dem Idealismus aller Aktiver der Ortsgruppe ist es zu verdanken, dass dieses in relativ kurzer Zeit geschafft wurde. So verfügt die Wasserwachtortsgruppe heute (Stand 1987) über sieben Motorbootführer, vier Rettungstaucher, 35 Rettungsschwimmerinnen und Rettungsschwimmer, zwölf Sanitäter und zwei Rettungssanitäter.

Für Fach- und Breitenausbildung stehen außerdem zwei Ausbilder in Erster Hilfe, einer für den Sanitätsdienst, einer für das Rettungstauchen und je zwei für das Rettungsschwimmen, die herz-Lungen-Wiederbelebung und den Schwimmunterricht zur Verfügung.

Um diese Leistung etwas mehr in den Vordergrund zu rücken, sie hier noch erwähnt, dass alle aktiven Mitglieder in der Wasserwacht freiwillig und unentgeldlich nicht nur ihren Wachdienst versehen, sondern auch die Ausbildung findet in der Freizeit statt.

So umfasst z. B. die Ausbildung zum Rettungstaucher 30 Stunden theoretischen und 60 Stunden praktischen Unterricht.

Wieviel hier geleistet wird, kann man aus den Zahlen des letzten Jahres ersehen. 1986 wurden insgesamt 5608 Wachstunden erbracht. 102mal musste Erste Hilfe geleistet werden, fünf Sachbergungen und zwei Vermißtensuchen mussten durchgeführt werden. In die Aus- und Fortbildung wurden 374 Stunden investiert. In Erster Hilfe und Schwimmkursen wurden insgesamt 374 Kinder, Jugendliche und Erwachsene ausgebildet, die den jeweiligen Kurs mit Erfolg abschlossen. Darin ist der zusätzliche Zeitaufwand für Verwaltung, Geräte- und Gebäudewartung nicht enthalten, der zur Sicherstellung eines geregelten Wach- und Rettungsdienstes unbedingt notwendig ist.

Die Wasserwacht Ortsgruppe Mering kann mit Stolz auf die in den letzten 30 Jahren ehrenamtlich geleisteter Arbeit zurückblicken und möchte sich hier bei allen Mitgliedern, Freunden und Gönnern für die geleisteten Dienste recht herzlich bedanken.

Anmerkung: na ja, das mit den 30 Jahren hat sich etwas überholt: die Ortsgruppe feiert im Jahre 2008 ihr 50jähriges Bestehen: aber sonst ist an dieser Chronik nicht viel hinzuzufügen…